Das Filzhandwerk gehört zu den ältesten Handwerken der Menschheit. Einzig die Wolle machte das Überleben in unserern Regionen möglich. Soweit heute bekannt wurde Filz ursprünglich nur in Asien und Europa hergestellt. Aus dem Hochland von Altai in Sibirien stammen Filzfunde aus einer Grabkammer, die in den Grabfeldern von Pazyryk auf 1600 m über dem Meer liegen und aus der Zeit von 600 - 200 vor Christus stammen.
Bereits 2300 Jahre vor Christi Geburt waren Chinesische Krieger mit Filz ausgerüstet.
In Rom und in der Antike galt die Filzmütze (Pileus) (griech. Filz =
Pilos) als Symbol der Freiheit, und unter "Filzmob" versteht man nach
dem Historiker Sueton die fröhlichen Menschen, die nach Nero's Tod in
großen Scharen durch die Straßen zogen.
Funde aus der Zeit um 600 vor Christus aus der Türkei beweisen, dass der Filz auch bei uns in der Frühzeit Verwendung fand.
Aus Norwegen stammen Filzfunde aus der Zeit der Völkerwanderung um 400 - 500 nach Christi Geburt.
Von den Wikingern, 8. - 12. Jahrhundert nach Christus stammt der Fund einer Filzmaske.
Dort standen die Schafe eng getrengt und mit wenig Futter. So kam es, dass sie ihre Wolle verloren, die schließlich unter ihnen auf dem Boden lag. Durch Ihren Urin und das stetige trampeln auf ihr entstand ein Gewebe. Und als die Schafe die Arche verließen fand sich dort ein "gefilzter Teppich".
Filz findet noch immer Verwendung als Bekleidung, Isolierung von Dach, Boden und zum Schutz vor Wind und Wetter durch die Jurte.
Filz fand man auch im Schiffs- und Bootsbau um die Holzzwischenräume abzudichten, hier in Verbindung mit Teer.
Die Nomaden in der Wüste legen Kreise von Schafwolle um ihr Nachtlager und stopfen die Löcher in der Erde damit zu, um vor Kriechtieren in der Nacht Schutz zu haben.